4 Werkzeuge für den Start mit Deinen Holzprojekten

Du spielst schon länger mit dem Gedanken deine eigenen Holzprojekte umzusetzen?

Du fühlst dich erschlagen von der Auswahl an Werkzeugen und Maschinen?

Du möchtest die ersten Schritte wagen ohne Unsummen in Werkzeug investieren zu müssen?

Dann ist dieser Post genau das richtige für dich.

 

Ich möchte dir hier 4 Maschinen vorstellen, zwei weitere sind optional bzw. sind als Erweiterung gedacht, damit du noch schneller und flexibler arbeiten kannst. Doch die ersten vier sind zum Start völlig ausreichend um aus Holz schöne Möbelstücke zu kreieren ohne dich dabei in den finanziellen Ruin zu stürzen 😉

Dabei greife ich einfach auf meine eigene Erfahrung zurück als ich mit dem Bauen angefangen habe. Die Maschinen, die ich dir hier präsentiere, sind tatsächlich die Geräte mit denen ich gestartet habe und welche ich größtenteils immer noch nutze. Ich wurde weder gesponsert, noch anderweitig bezahlt um diese hier zu erwähnen. Nun ja, Einige davon wurden mit von meiner Familie geschenkt, als meine Leidenschaft zum Vorschein kam… 

1. Akkuschrauber

Ich denke, für viele muss diese Maschine nicht mal auf die Anschaffungsliste gesetzt werden, weil sie eigentlich in jedem Haushalt vorhanden ist. Also ich habe meinen ersten Akkuschrauber von meinen Eltern als Gastgeschenk zum Einzug in meine erste eigene Wohnung erhalten! Und ja, dieses Geschenk kam mir zu Gute nicht nur um gekaufte Schränke zusammenzuschrauben oder einen wackeligen Stuhl zu reparieren, sondern auch bereits bei meinem ersten Couchtisch. In jeder Bauanleitung liest man: vorbohren – schrauben… vorbohren – schrauben… und genau da ist dieses Gerät unersetzlich! Mittlerweile besitze ich mehrere Akkuschrauber, einfach aus Bequemlichkeit – weil ich nicht die Bits und Bohrer hin und her wechseln möchte ;D Aber eigentlich reicht ein Guter Akkuschrauber mit genug Power definitiv aus! Glaub mir, wenn du das Hobby dauerhaft verfolgst, wächst dein Werkzeug- und Maschinenpark exponentiell an… Spar an dieser Stelle nicht, investiere in ein gutes Gerät, dann wirst du viel Freude damit haben statt lange Pause einzulegen zwischen einem Ausfall und einer Rauchwolke.

Folgende Kriterien wären sinnvoll:

  • Akku Qualität: mein Gerät ist recht leistungsstark und arbeitet auf 18 Volt (bei kleineren Geräten ist meistens 9,6 bis 14 Volt der Fall). Damit kann ich nicht nur Holz, sondern auch Metall recht entspannt durchbohren. Irgendwann habe ich auf 4 Ah Akkus umgerüstet und einen zweiten Akku gekauft, damit ich noch länger ohne Unterbrechung arbeiten kann
  • Kurze Ladezeiten wären wünschenswert
  • Verschiedene Geschwindigkeiten, Drehmoment uns zwei Gänge (ob du bohren oder schrauben möchtest, welches Material du nimmst)
  • Bohrfutter (bei den meisten Maschinen zwischen 1 und 10 mm)

2. Stichsäge

Die Stichsäge war beinahe das Erste was ich mir angeschafft habe. Ein guter Preis und flexible Einsatzmöglichkeiten, dachte ich mir. Außerdem hatte ich anfangs nicht nur Respekt, sondern auch Angst vor größeren Sägen und hatte beinahe Wahnvorstellungen was alles durch Unachtsamkeit passieren kann… Die Stichsäge schien mir eine geeignete bzw. weniger gefährliche Alternative zu sein. Und die ist wirklich das Alleskönner, kann man sagen:

  • Grade und Gehrungsschnitte bei Balken und Bretter
  • Kurven, feine Linien, verschiedene Formen aussägen. Grade diese Funktionen zeichnen dieses Gerät aus. Du kannst z.B. zu Oster oder Weihnachten Figuren aussägen oder für die Schranktüren eine individuelle Verzierung anfertigen
  • Aussparungen heraussägen, auch mitten im Werkstück

Zudem haben sich abgesehen von den Einsatzmöglichkeiten auch weitere Vorteile gezeigt:

  • Die Säge liegt durch den ergonomischen Griff gut in der Hand und lässt sich gut kontrollieren
  • Recht leise, führt präzise die Arbeiten durch und ist im Gebrauch ziemlich ausdauernd
  • Dank einer großen Auswahl an Sägeblättern ist sie für verschiedener Materialien einsetzbar
  • Außerdem eignet sie sich wunderbar für solche Renovierungsarbeiten wie Laminat zuschneiden oder eine Tür anpassen.

3. Kreg Taschenloch Bohrschablone („Kreg Jig“)

Ein Werkzeug welches ich schon seit 2 Jahren besitze (Stand heute). Ein Werkzeug welches Holzverbindungen mithilfe von Taschenbohrungen („pocket holes“) macht und mir bereits zu Anfang ermöglicht hat komplette Möbelstücke akkurat, ohne viel Wissen und Expertise fertigzustellen.

Klar, gibt es elegantere Lösungen zwei Bretter zu verbinden, wie z.B. mithilfe von Dübeln oder Lamellos. Oder man kann einfach eine Schraube von außen durchjagen und so zwei Teile miteinander zu verbinden. Und was, wenn man sich an die komplizierte Variante noch nicht rantraut aber dennoch eine nicht sichtbare schönere Lösung anstrebt für die man keine ausgefallenen Fertigkeiten braucht? Da schien mir die Bohrschablone von Kreg geeignet zu sein. Kennengelernt durch amerikanische DIY-Videos und Influencer die das kleine Gerät sehr gehypt und es beinahe in jedem Projekt eingesetzt haben.   

Auch wenn es eine günstigere Version gibt (K3), habe ich mir sofort das K4 Modell gekauft, da komfortabler in der Anwendung. Das K3 Modell jedoch kann genau das gleiche, muss nur ein bisschen länger angepasst werden.

  • Einfach und schnell im Einsatz
  • Zeitsparend
  • Fast intuitiv zu nutzen
  • Stabile präzise ausgeführte Verbindungen, auch bei 45 Grad
  • Anpassung an unterschiedliche Werkstückbreiten und –stärken
  • Einstellung durch den Tiefenstopp auf dem Bohrer und Skalen auf der Bohrschablone, keine sonstigen Berechnungen
  • Auf der „Frontseite“ sind die Verbindungen nicht sichtbar, alternativ kann man sie verschließen (mit speziellen Dübeln oder die man selbst zurecht sägen kann)
  • Flexibel einsetzbar: durch das herausnehmbare Modul kann man auch an den fertigen Möbelstücken Reparaturen durchführen
  • Gute Qualität und Handhabung
  • Der Bohrer und ein spezielles Bit ist bei jeder Kreg Jig Version dabei
  • Mit Original Kreg Schrauben oder üblichen Schrauben verwendbar (am besten Torx)
  • Du kannst deine Werkstücke jederzeit auseinandernehmen (wenn nicht verleimt), für einen Umzug oder falls du ein Element auswechseln möchtest.

Mein Fazit: perfekt für den Anfänger und eine top Alternative bzw. Ergänzung für die Fortgeschrittene.

4. Multischleifer

Ein Gerät welches das Leben wahnsinnig erleichtert. Klar, kann man die sägerauen Bretter und Kantenholz aus dem Bauhaus des Vertrauens per Hand abschleifen, allerdings dauert es manchmal Ewigkeiten. Um eine vernünftige glatte Fläche für das Lackieren, Beizen oder Ölen zu erreichen bedarf es ein bisschen mehr. Hier eine kleine Erläuterung, was das kleine Allrounder Gerät mitbringt:

  • Mehrere Einsatzmöglichkeiten: Schleifen, Glätten und Polieren unterschiedlicher Werkstoffe
  • Verschiedene Aufsätze je nach Einsatzzweck (Dreieck- und Schwingschleifer), so können Flächen, Ecken und Kanten bearbeitet werden
  • Elektronische Drehzahlregelung (meistens gegeben)
  • Handlich und geringes Gewicht
  • Akku oder Netzbetrieb
  • Höhere Leistung ist willkommen, mindestens 200 Watt, am besten mehr.
  • Ist vielleicht nicht so produktiv wie andere spezielle Schleifmaschinen (z.B. für Metall oder Beton), dafür aber flexibel einsetzbar, also ein guter Kompromiss.

Alternativ, bzw. als Erweiterung Deiner Sammlung gibt es noch einen Bandschleifer (für mehr Abtrag und gröbere Arbeiten. besonders gut für sägeraue Bretter & Holzbalken) und einen Exzenterschleifer (die Schleifscheibe beweget sich rotierend, ideal für den Feinschliff, kann mit dem richtigen Aufsatz auch zum Polieren der Werkstücke benutzt werden).

5. Kapp- und Gehrungssäge (wünschenswert)

Eine Kapp- und Gehrungssäge zog bei mir zwar recht schnell ein, aber auch weil ich das Bedürfnis hatte Kanthölzer, Leisten und Platten bis zu einer gewissen Breite selber zuzuschneiden. Am Anfang kannst du aber auch entspannt dein Holz im Baumarkt auf das gewünschte Maß zusägen lassen. Wenn du dich entschließt eine KuG-Säge zu kaufen, wird sich deine Welt schlagartig verändern! Nach einer Feinjustierung der Winkeleinstellungen und Installation von einem guten Sägeblatt ging es plötzlich richtig schnell das Material für die Projekte zuzusägen, gleiche Längen zu produzieren, exakte Winkelschnitte, Gehrungen und Halbholzverbindungen zu machen. Feststeht, dass perfekte Schnitte eine klare Voraussetzung bilden ein Möbelstück zu erschaffen was am Ende gut aussieht!

Es gibt viele Modelle auf dem Markt, ich habe mir eine ausgesucht wo in meinen Augen das Preis-Leistungsverhältnis gestimmt hat. Und nun möchte ich ausdrücklich empfehlen eine Säge zu holen die folgende Qualitäten aufweist:

  • Leistung mindestens 1000 Watt, dann jammert die Säge nicht rum bei dickeren und härteren Hölzern;)
  • mit Zugfunktion: mehr Schnittbreite (bei einer Kappsäge max. ca. 120 mm, bei einem Modell mit Zugfunktion ca. 300 mm und mehr)
  • Maximale Schnitthöhe (Rahmenholz)
  • Drehbarer Sägeteller mit Winkelskala und neigbarer Sägekopf: flexible Einstellung und Einrasten bei z.B. 45 Grad. Bei vertikal ausgeführten Winkelschnitten ist es angenehm, wenn der Sägekopf in beide Richtungen schwenkbar ist. Bei meiner Säge ist es nicht der Fall und schränkt mich ein wenig ein. Dieser Umstand war mir aber beim Kauf nicht bewusst. Also wünschenswert wäre es, ist aber nicht dramatisch.

  • Ein Laser ist fast bei jeder Maschine vorhanden und ist sehr praktisch, weil man die Schnittkante sieht. Voraussetzung die Linie ist schmal und gut sichtbar.
  • Die Größe des Sägeblattes: 216, 254 und 305. Abhängig davon wie groß deine Werkstatt ist und wie ambitioniert du bist und natürlich welche Holzgrößen du verarbeiten willst. Ich habe mich für das 254-Blatt entschieden und komme damit immer noch bestens zurecht (Latten, Kanthölzer, Leimholz, Hartholz etc).

Bei den ersten 5 Werkzeugen handelt es sich um eine Basis Zusammensetzung. Für die Geräte brauchst du auch das passende Zubehör. Der beste Akkuschrauber nützt dir nichts, wenn du schlechte Bohrer und Bits hast. Bei einer KuG-Säge gibt es Sägeblätter mit grober oder feiner Zahnung, eben für grobe oder feinere Schnitte geeignet. Eine Stichsäge kannst du, wie bereits erwähnt, entsprechende Sägeblätter für verschiedene Werkstoffe einsetzen  

5. Nagelpistole (optional)

Die Maschine die man nicht in jedem Projekt nutzt und die sicherlich nicht so essentiell ist wie die ersten vier. Aber wenn, dann macht es Spaß und ist komfortabler als mit Hammer und Nägel! Es gibt die Möglichkeit einen Druckluftnagler zu nutzen, was zwar preiswert ist und gut funktioniert aber recht einschränkend ist, weil man ständig auf das riesige Gerät im Schlepptau (den Kompressor) angewiesen ist. Oder man nimmt ein Modell mit Akku – so kann man darauf schnell und überall zugreifen. In Kombination mit Leim hält es hervorragend und die Nagelköpfe sind kaum sichtbar.   

Einsetzbar für:

  • Schrankwände
  • Holzleisten als Verzierung
  • Frontrahmen
  • Schubladenfronten (als Alternative oder vor dem Anschrauben)
  • Kleine Werkstücke die keiner Belastung ausgesetzt werden
  • Latten fixieren
  • Fußbodenleisten, Bodenbeläge fixieren

Mit diesen 4 Maschinen/Werkzeugen kam ich wunderbar aus und habe sie auch heute in einer oder anderer Konstellation im festen Repertoire bei der Herstellung meiner Möbel.

Für diese Zusammensetzung habe ich knapp 500 € ausgegeben:

  • Akkuschrauber 18V mit 2 Akkus und Ladegerät 220 €
  • Stichsäge 75 €
  • Kreg Bohrschablone 118 € (Kreg K3 kostet ca. 35 €)
  • Multischleifer 80 €
  • Optional aber wünschenswert: Kapp- und Gehrungssäge 250 €
  • Optional: Nagelpistole (30 € Als Druckluft Version, später nachgerüstet auf 220 € für das Akku Modell)

Es ist mir bewusst, dass auch diese Aufstellung nicht für jeden umsetzbar ist, auch ich habe mir die Sachen nach und nach geholt oder geschenkt bekommen. Man ist ja nicht in Eile. Besorge dir eine Maschine, probiere sie aus, spiel mit den Funktionen rum, sei kreativ. Es sind so viele Sachen umsetzbar z.B. nur mit einer Stichsäge und einem Akkuschrauber. Und dann gibt es noch Weihnachten und Geburtstag wo man sich was wünschen kann;) Ich habe mir z.B. öfter einen Gutschein für einen Baumarkt gewünscht und so langsam meine Geräte angeschafft.

Falls du dich schon ein bisschen auskennst oder jemanden in deinem Umfeld hast, kannst du auch gerne Ausschau nach gebrauchten Maschinen halten. Man geht zwar ein bisschen ein Risiko ein und verzichtet auf Garantie, spart aber recht viel gegenüber dem Ladenpreis. Hier kannst du sogar Semiprofessionelle oder Profigeräte bei einer Werkstattauflösung teilweise günstig ergattern.

Ich hoffe ich konnte dir Mut machen mit deinem ersten Projekt zu starten! Es ist keine Schande zu zögern und sich langsam an die Materie ranzutasten. Es ist nicht peinlich Angst vor großen Maschinen zu haben. Es ist nicht verwerflich sich zu belesen, zu recherchieren, nach einem fertigen Plan zu suchen oder einfach eine nicht schöne oder maßgetreue Skizze zu nutzen. Hauptsache aber du fängst an und probierst was aus! Es macht wirklich so viel Spaß! Und ich verspreche dir, das Gefühl dein erstes Werkstück in der Hand zu halten ist einfach berauschend!