Projekt Management

1. Projekt auswählen

Wähle die Projekte aus nicht nur nach Deiner Laune sondern auch auf der Basis Deiner handwerklichen Erfahrung. Es ist nicht sinnvoll schon zu Anfang ein schwieriges anspruchsvolles Projekt zu nehmen… die Wahrscheinlichkeit, dass Du es nicht so umsetzen kannst ist hoch, und das führt zur Frustration. Es muss Spaß machen, dann machst du weiter und entwickelst deine Fähigkeiten.

2. Arbeitssicherheit

Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, die meisten Unfälle passieren, wenn man unkonzentriert ist und die „nur mal eben schnell“ Attitude hat. Trage angemessen, körpernahe Kleidung, die Haare müssen zusammengebunden werden oder unter einer Mütze versteckt werden. Augenschutz, Atemschutz, Gehörschutz – wenn was passiert, gibt es im schlimmsten Fall, kein Zurück mehr. Am besten ist, wenn dein Umfeld weiß wo du bist und dein Telefon in der Nähe ist. Ich weiß, ich bin da kein besonders gutes Vorbild diesbezüglich, ich habe schon mal ohne Maske geschliffen weil „ist ja nur ein Brett“ und ohne Schutzbrille gesägt weil „ist ja nur ein Schnitt“. Aber spätestens wenn die Nase komplett zu war oder ein Splitter sich ins Auge verirrte, habe ich diese Nachlässigkeit bereut.

3. Anleitung komplett durchlesen, ggf. einzelne Schritte anpassen

Diesen Schritt empfinde ich als sinnvoll. Nicht nur dass du dann weißt was du für das Projekt benötigst, du kannst dann auch bestimmte Materialien oder Techniken austauschen und an deine Präferenzen oder deine Fähigkeiten anpassen.

4. Material und Werkzeugliste

Sobald du die Anleitung durchgegangen bist, dir deine Notizen gemacht oder bestimmte Schritte angepasst hast, geht es richtig los mit dem eigentlichen Projekt. Dabei musst du nicht das komplette Material sofort besorgen! Manchmal macht es Sinn in Phasen einzukaufen. Z.B. kannst du zuerst einen Schubladenrahmen bauen und dann erst den Zuschnitt für den Schubladenboden besorgen – dann hast du es auf mm genau. Überlege dir, was du akut benötigst und was du evtl. später besorgen kannst.

5. Werkzeuge prüfen und zurechtlegen

Es macht Sinn die benötigten Werkzeuge zurecht zu legen, damit sie greifbar sind. Es ist lästig, wenn du z.B. einen Schrankrahmen zusammenbauen möchtest aber keinen Akkuschrauber, keinen Bohrer und keine Schrauben da hast. Nun ja, es ist alles machbar, aber du kannst es ja angenehmer gestalten;) Selbsterklärend ist, dass die Werkzeuge auch gut in Schuss sein sollten. Keine stumpfen Sägeblätter, keine Wackelkontakte, etc. Es geht hier um deine Sicherheit und um die Qualität deiner Arbeit.

6. Platz schaffen, Material vorbereiten

Ein wichtiger Schritt. Ich räume immer meine Werkstatt komplett auf BEVOR ich ein neues Projekt starte. Wenn es etwas Kleines ist, was präzise feine Arbeit erfordert, sorge ich z.B. für besonders gutes Licht. Wenn es an ein großes Werkstück geht, räume ich alles zur Seite oder niste mich sogar in einen zusätzlichen Raum ein. An dieser Stelle ist es wichtig, dass du wirklich die Größe des Projektes bedenkst. Wenn es z.B. eine schwere Kommode oder Schrank ist, macht es Sinn nur die Einzelteile in deiner Werkstatt anzufertigen, und erst vor Ort diese zusammenzufügen. Nicht dass du mit deinem Meisterwerk nicht durch den Türrahmen passt! Das wäre sehr ärgerlich.

Dein Material muss gut vorbereitet sein. Entferne alte Lackschichten oder alte Nägel, falls du gebrauchtes Material in Anspruch nehmen möchtest. Aber auch (zumindest das grobe) Anschleifen ist notwendig bevor du dir die Splitter in die Finger reinjagst.

7. Üben und experimentieren

Wenn du dir unsicher bist, ob es eine Maschine oder Technik ist, üb erstmal, sie es nicht als Zeitverschwendung! Es ist wichtig! Wirklich wichtig! Denn ungeübt versaust du dir evtl. dein Material oder gar fügst dir eine Verletzung zu. Als ich z.B. meine Werkbank gebaut habe, wollte ich bei der Herstellung der Schubladen eine Oberfräse und eine Nutfräse nutzen. Also habe ich die ersten zwei Tage nur mit den Abfallstücken geübt. Experimentierte mit den Einstellungen, passte die Arbeitshöhe an usw. Ich wollte gewisse Sicherheit gewinnen bevor es an das eigentliche Material ging. Und es hat sich ausgezahlt!

8. Messen, Zuschneiden, Überprüfen

Folge deiner Zuschnittliste, aber überprüf die Maße regelmäßig. Stimmen diese noch mit den Maßen deines Werkstückes überein? Manchmal ist es nicht verkehrt einzelne Teile zu allerletzt zuzuschneiden (Schubladenboden oder Verzierelemente). Im Englischen gibt es einen Ausdruck „cut to fit“ also ungefähr übersetzt „schneide zu dass es passt“. Und ganz oft ist es eine große Erleichterung! Denn du musst bedenken: deine Hölzer können vom Standartmaß minimal abweichen, können schief sein, du kannst dich irgendwo vermessen haben oder an der falschen Seite mal abgeschnitten… Daher tue die dieses Gefallen und überprüf deinen Fortschritt regelmäßig.

Was ich auch gerne mache ist die Teile VOR dem zusammenschrauben oder verleimen zusammenzusetzen. Provisorisch. Um den Eindruck zu bekommen ob wirklich alles stimmt. Solltest du an dieser Stelle einen Fehler entdecken, überlege dir ob dieser behoben werden kann oder ob du dein Bauteil anpassen kannst bevor du neues Material kaufst.

9. Ruhe bewahren, konzentriert sein

Wie zuvor erwähnt, die meisten Fehler passieren, wenn man nicht bei Sinnen ist. Müde? Gestresst? Emotional angeschlagen? Dann setz deine Arbeit NICHT fort! Mach eine Pause, trink einen Kaffee oder mach einfach morgen weiter. Es passiert schneller als du denkst, und schon hast du einen teuren Fehler gemacht oder dich selbst in Gefahr gebracht.